Pater Leopold Hörbst
Pater Leopold Hörbst wurde in Österreich 1921 geboren wuchs, wie Dr. Josef Gossenreiter im Mühlvietel auf. Beide besuchten sie in Freistadt in Oberösterreich das Marianum, dort studierte er seit 1936. 1938 kamen die Nazis und er konnte somit nicht mehr in die Schule gehen. Er war von 1943 bis 1945 als Soldat in Berlin, nachdem er eingezogen worden war und arbeitete dort in Berlin an der Funkstelle, des Oberkommandos der Wehrmacht. Pater Hörbst arbeitete beim Nachrichtendienst. Zeitgleich war Pater Gapp, auch ein Marianist, in einem Gefängnis auf der anderen Straßenseite des Nachrichtendienstes, wo er schließlich auch hingerichtet wurde, Pater Hörbst bekam von alle dem aber nichts mit. 1945 kam Pater Hörbst wieder zurück nach Wels in Oberösterreich,wo er sein Abitur machte. Später zog es ihn nach Linz, wo er am Priesterseminar teilnahm und gleichzeitig eine Gruppe im Internat führte. Zu seinen Schülern von damals hat er bis heute noch sehr guten Kontakt. 1950 wurde Pater Hörbst schließlich zum Priester geweiht und kam 1951 nach Wien ans Marianum. Von 1966 bis 1974 war er Provinzial und kam 1974 durch einen Austausch von Marianisten zwischen Deutschland und Österreich nach Fulda ans Marianum. Zur gleichen Zeit kam Dr. Josef Gossenreiter aus Korea zurück. Von 1978 bis 1988 war er dann Schulleiter des Marianums in Fulda und führte das neu eingeführte Schulsystem sehr erfolgreich. Neben seiner Position als Schulleiter unterrichtete er auch noch Religion. Von 1988 bis 2002 übernahm Dr. Gossenreiter das Amt des Schulleiters und löste somit Pater Hörbst ab. Heute ist Pater Hörbst noch der einzige Priester der Marianisten am Marianum. Dem heute 87-jährigen geht es gesundheitlich sehr gut und er will auch nicht mehr das Marianum verlassen. Seit Pater Hörbst am Marianum ist, bekommt er sehr viel Unterstützung.
Pater Hörbst berichtet über sich folgendes:
Mein Weg mit Maria begann schon am Tag meiner Geburt, weil an meinem Geburtstag, dem 12. Oktober, das Fest "Unserer Lieben Frau von der Säule" gefeiert wird. Es ist zwar in Österreich und auch in Deutschland weniger bekannt, aber in Spanien sogar ein Nationalfeiertag. Durch die Exilzeit unseres Ordensgründers Pater Wilhelm-Josef Chaminade, der in Spanien die Anregung erhielt, einen Orden zu gründen, wird dieser Tag in der Gesellschaft Mariä als Eigenfest gefeiert. Ich erfuhr diese Zusammenhänge auch erst, als ich in den Orden eintrat und somit feststellte, dass mich Maria gewissermaßen von Anfang an begleitete. Auch meine Taufkirche, die Pfarrei zu Rainbach in Freistadt, ist unter dem Titel "Maria Himmelfahrt" der Gottesmutter geweiht. In dieser Kirche erhielt ich vor fast 80 Jahren auch meine Erste Heilige Kommunion und diente auch als Messdiener. Auch dieser Zeit sind mir besonders die Maiandachten in Erinnerung geblieben, in denen man täglich betete: "Jungfrau, Mutter Gottes mein, lass mich ganz dein Eigen sein!" Diesen Satz hatte ich im Hinterkopf, als ich 1936 als Ordenskandidat in das Marianum in Freistadt eintrat. In der Kapelle des Noviziats (Greisingshof) war es die einfache und schlichte Marienstatue auf dem Hochaltar, die es mir angetan hatte. Sie strahlte mir so viel Güte, Wärme und Reinheit entgegen, dass mich dieser Anblick während meiner Militärzeit begleitete. Während der Kriegszeit sprach man viel von den Marienerscheinungen in Fatima (1917) die immer am 13. des Monats auftraten. Am 13. Mai 1945 geriet ich bei Göttingen in amerikanische Gefangenschaft. War der Tag meiner Gefangennahme ein Tag der besonderen Aufmerksamkeit Mariens für mich? Vier Monate unter freiem Himmel, keinerlei Arbeit und viel Zeit zum Nachdenken und zum Beten in dem mir vorliegenden Messbuch. Insgesamt eine Zeit der Gnade! Im Gebetbuch entdeckte ich, dass es am 24. September das Fest "Maria von der Erlösung der Gefangenen" gibt. Ich betete damals sehr oft: "Maria hilf mir, diese Gefangenschaft zu überleben und schenke mit eine glückliche Heimkehr!" Der 24. September wurde als Wunschziel anvisiert und siehe da: Am 8. September (Fest "Mariä Geburt") wurde für die Gruppe der Österreicher der Entlassungsschein ausgestellt und wir fuhren in einem Viehwaggon in Richtung Österreich. Am 12. September ("Mariä Namen") fuhren wir in Bregenz ein und wurden von einer eiligst herbeigerufenen Blaskapelle empfangen. Die Strecke Innsbruck - Salzburg war leider gesperrt und so ging es über Rosenheim nach Salzburg, wo wir am 15. September (Fest der Schmerzen Mariens) eintrafen: 9 Tage vor dem anvisierten Termin. Für mich war das eine tatkräftige Hilfe Mariens!
Am 29. Juni 1950 wurde ich im "Maria"-Empfängnis-Dom zu Linz zum Priester geweiht, am 4. Juli feierte ich das Heilige Messopfer in meiner Heimatpfarrei in Rainbach bei Freistadt in Oberösterreich.
